FW Meyn – Deutschland, 24980 Meyn

Freude über neue Schutzkleidung

„Wir werden wohl im Kreisgebiet die Vorreiter für eine neue Einsatzkleidung sein“, sagt

Reiner Hübel, Wehrführer in Meyn, anlässlich der Einkleidung von jeweils 15 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Schafflund und Meyn. Ein Grund für die Neuausstattung liege darin, dass vor allem die alten Jacken das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hätten. Diese waren zudem aus Kostengründen teilweise über den Second- Hand-Markt beschafft worden und wiesen mittlerweile einige Mängel auf, die nur unter erheblichem finanziellem Aufwand zu beheben gewesen wären. Zunächst einmal werden alle Atemschutzträger der beiden Wehen ausgestattet werden, dann soll die übrige Einsatzabteilung folgen.

Die leuchtend gelb-rote Farbgebung der neuen Montur sticht sofort ins Auge. Sie wird bislang nur von der Berufsfeuerwehr in Flensburg genutzt. „Die Sichtbarkeit und Auffälligkeit der Farbe ist ein Sicherheitsfaktor“, sagt Reiner Hübel. Er spricht dabei auch an, dass die farbliche Abweichung von den übrigen Wehren im Amtsbereich Schafflund durchaus zu kontroversen Diskussionen führt. „Wir stellen die Sicherheit vor die Einheitlichkeit“, verteidigt er das Vorpreschen in der Wahl der Einsatzkleidung.

Die neue, auffällige Funktionsbekleidung ist, wie die vorherige, mit einer Membrane ausgestattet, deren Zustand nun allerdings, wie vorgeschrieben, überprüft werden kann, da das Innenleben über einen Reißverschluss zugänglich ist. Bei vorschriftsmäßiger Behandlung sagt der Hersteller eine Nutzungsdauer von 15 Jahren zu. Einen besonderer Service wurde den Kameraden zuteil, die die neue Kleidung erhielten: Der Hersteller ermittelte in persönlicher Beratung die richtige Größe und passte Hose und Jacke für jeden Brandschützer ganz individuell an – fast so wie maßgeschneidert. Dies ist nicht nur der Bequemlichkeit geschuldet, sondern hat auch einen Sicherheitsaspekt: In die Jacke kann ein Multifunktionsgurt eingezogen werden, womit

sich der Feuerwehrmann sichern oder in Gefahrensituationen eine Selbstrettung vornehmen kann. Dazu bedarf es aber einer möglichst guten Passform von Hose und Jacke. „Ich erwarte, dass ihr mit Respekt und Sorgfalt mit der Kleidung umgeht“, sagte Hübel auch vor dem Hintergrund, dass beide Gemeinden sich bei dem Kauf der Einsatzkleidung finanziell stark engagieren. Ein Satz bestehend aus Hose und Jacke kostet etwa 850 Euro. Meyn wird in zwei Jahren zirka 30 000 und Schafflund in vier Jahren 60 000 Euro ausgeben, um die aktiven Kameraden mit der neuen Kleidung auszustatten. „Ziel der Gemeinde ist es, für die Feuerwehr das bestmögliche Material bereitzustellen“, sagt Rüdiger

 

Glaubitz, stellvertretender Bürgermeister von Meyn. Gleicher Auffassung ist die Gemeinde Schafflund, wo die Gemeindevertretung ebenfalls einstimmig hinter dieser Investition steht. „Menschen, die sich freiwillig diesen Gefahren aussetzen, müssen auch vernünftig ausgestattet sein. Eine gute Ausrüstung ist das A und O“, bekräftigt Schafflunds Bürgermeisterin Constanze Best-Jensen. Sie sieht vor allem die Einsätze auf der B 199 als Gefahrenquelle. Seit die Polizeistation Schafflund nicht mehr regelmäßig besetzt ist, seien es die Schafflunder Feuerwehrkameraden, die zuerst am Unfallort einträfen, da die Polizei erst aus Flensburg oder Harrislee käme. Leider nähmen Autofahrer auch in solchen Gefahrensituationen nicht immer ausreichend Rücksicht. „Die Feuerwehrkameraden dürfen sich beim Bergen von Unfallopfern nicht selbst in Gefahr bringen“, so Best-Jensen. Hier könne die Gemeinde mit der neuen

Einsatzkleidung einen wirkungsvollen Beitrag zum Schutz der Kameraden leisten.

Reinhard Friedrichsen