Ein Team rund um die Feuerwehr betreute die 34-jährige Feuerwehrfrau ähnlich wie bei einem Boxenstopp bei Autorennen. Stiefel ausziehen, Blasen versorgen, Tapes anbringen, Salben. Erlaubt waren nach jeder Runde vom Feuerwehrhaus zum Aichstrutsee und zurück fünf Minuten Pause. Keine Frage, dass die Feuerwehrmänner auf ihre Superfrau mächtig stolz sind.

Stefanie Saul hatte sich gedanklich nach dem Frühstück mit ihren Kindern auf das Wichtigsten für den Großeinsatz vorbereitet: Den Kopf. "Mental, im Kopf stelle ich mich auf die Anstrengung ein." Minimum 2,5 Liter pro Runde musste sie trinken. Zwei Liter haben beim Testlauf nicht ausgereicht. Ihre Feuerwehrkollegen haben eine Spezialkonstruktion ausgetüftelt, mit der sie an die Halterung der Atemluft-Flasche zwei Wasserflaschen mit Schlauch befestigen kann. Im Feuerwehrhaus war auf einem Tisch alles für die Sofort-Energieversorgung ausgebreitet. Bei ihren Pausen wurde sie wahlweise Trockenfrüchte, Nüsse, koffeinhaltige Schokolade, Bananen, Haribo und Babybrei futtern. Bevorzugte Sorte: Zwieback-Apfel-Banane.

Ihr bester Freund Sascha, ihr Bruder Sebastian und ihr Freund Philipp waren entlang der Strecke für sie da, laufen und joggen teilweise mit. Pro Runde musste sie 10,28 Kilometer und 87 Höhenmeter schaffen. "Es wird auf lange Sicht auf schnelles Marschieren statt joggen rauslaufen, um der Reibung in den Schuhen vorzubeugen", erklärt sie zu Beginn.. Stefanie Saul ist eine Spätberufene. Erst seit 2010 läuft sie. In der Schule hat sie das Laufen "gehasst", wie sie erzählt. Auch ihre ehemalige Sportlehrerin, die sie kürzlich getroffen habe, kann sich daran erinnern: "Das hätt ich nie gedacht", habe sie gesagt.

Nach dem Lauf hat Stefanie Saul erst mal im Feuerwehrhaus geduscht und kräftig gefrühstückt und ging dann schnurstracks heim, um sich zu erholen.